Ist eine Welpenschule wirklich sinnvoll?
Immer wieder werde ich gefragt: „Soll ich mit meinem Welpen wirklich eine Welpenschule besuchen?“
Auf diese Frage antworte ich immer mit einem klaren „JA“. Denn nirgendwo sonst wird ein Welpe so gut sozialisiert, als in einer Gruppe unter gleichaltrigen. Ein wichtiger Lernaspekt ist die Beißhemmung. Das erlernen der Beißhemmung ist entscheidend, um zu verhindern, dass Hunde im späteren Leben zu aggressiv oder zu hart beißen. In Welpengruppen lernen die Welpen durch spielerische Interaktionen mit anderen Hunden, wie sie ihre Zähne sanft einsetzen können. Denn Welpen schenken sich nichts. Wenn einer mal zu feste zubeißt, wird ein Welpe sofort das Spiel beenden. Was sehr wichtig für das Erlernen der Beißhemmung ist.
Viele ältere Hunde erziehen zwar auch auf die eine oder andere Art, aber was Schmerzen betrifft, stecken doch viele erwachsene Hunde was weg oder lassen sich das eine oder andere auch mal gefallen, da sie einfach gut erzogen sind. Ein sehr großer Vorteil der Besuch einer Hundeschule im Welpenalter ist also, dass die jungen Hunde auf Welpen im selben Alter treffen und unter professioneller Aufsicht spielen können.
Des Weiteren wird dein Welpe auf verschiedenste Umweltreize sozialisiert. Im Vordergrund stehen jedoch der Bindungsaufbau zum Halter. Im Welpenkurs werden aber auch die ersten kleinen Trainingseinheiten durchgeführt. Hierbei geht es vor allem um Tierarzttraining, die Grundsignale wie „Hier”, „Sitz”, „Platz” oder das Etablieren des Signals „Decke” – um nur einige Beispiele zu nennen. Es geht im Welpenkurs nicht darum, dem Hund so viele Kunststücke wie möglich beizubringen oder dass der Welpe die Signale bereits in Perfektion beherrscht, sondern vielmehr darum, frühe Verhaltensprobleme zu vermeiden und um herauszufinden, was Mensch und Welpe Spaß macht.
Der Welpe lernt, dass das gemeinsame Miteinander mit seinem Menschen Spaß macht, unter Umständen sogar viel mehr Spaß als ein Tobe-Spiel mit den anderen Welpen.
Der gemeinsame Erfolgt stärkt die Mensch-Hund-Beziehung und führt so zu einem harmonischen Mensch-Hund-Team.
Mein Fazit: Ein Welpenkurs kann eine großartige Investition in die Zukunft deines Hundes und in eure Bindung sein.
Du möchtest mit deinem Welpen am Kurs teilnehmen? Hier geht´s zum Kurs
Ab wann mit der Welpenschule starten?
Diese Frage beschäftigt viele Welpenbesitzer – völlig zu Recht.
Nicht selten raten Tierärzte dazu, erst die zweite Impfung abzuwarten, da vorher noch keine vollständige Immunität besteht.
Gleichzeitig gibt es etwas, das man dabei unbedingt mitbedenken sollte:
die Sozial-sensible Phase des Welpen.
Die sozial-sensible Phase - ein einmaliges Lernsfenster
Welpen durchlaufen ein begrenztes Entwicklungsfenster, in dem Lernen besonders leichtfällt.
Diese sogenannte Sozial-sensible Phase verläuft individuell, endet aber ungefähr zwischen der 16. und 18. Lebenswoche.
Der Lernhöhepunkt liegt bei vielen Welpen bereits um die 12. Lebenswoche.
Alles, was der Welpe jetzt lernt
- Begegnungen mit Menschen
- Kontakt zu anderen Hunden
- Umweltreize wie Geräusche, Untergründe, Bewegungen
wird in dieser Phase besonders nachhaltig als „normal“ abgespeichert und prägen das spätere Sozialverhalten massiv – oft ein Leben lang.
Warum der Kontakt zu anderen Welpen jetzt so wichtig ist
Gerade Themen wie höflicher Umgang mit anderen Hunden und das Erlernen der Beißhemmung sind in diesem Zeitfenster besonders wichtig. Die Kiefer sind noch schwach und die Milchzähne spitz, was schnelles Feedback ermöglicht. Um das Lernen zu können, braucht er jedoch Umgang mit anderen Welpen. Nach dem Zahnwechsel nimmt die Kieferkraft massiv zu und das Verletzungsrisiko steigt, wenn er bis dahin nicht gelernt hat, seine Kraft zu kontrollieren.
Um all das zu lernen, braucht ein Welpe passenden Kontakt zu gleichaltrigen Welpen.
Fazit:
Wird sehr spät mit der Welpenschule begonnen, geht ein wertvoller Teil dieser Lernphase verloren.
Das lässt sich später nur mit deutlich mehr Aufwand, oder manchmal gar nicht mehr, nachholen.
Wie ist es aber jetzt mit dem Infektionsrisiko?
Ein kleines Risiko gibt es im Alltag leider immer. Krankheitserreger lauern überall:
im Wald
auf Gehwegen
in Pfützen
in Erde und Gras
Dort können zuvor ungeimpfte Hunde oder Wildtiere gewesen sein.
Unbewusst bringen wir Viren über unsere Schuhe und Kleidung mit nach Hause.
Im Vergleich zum unkontrollierten öffentlichen Raum ist ein gut geführter Welpenkurs ein geschützter Rahmen.
Tiermedizinische Fachverbände wie die AVSAB weisen darauf hin, dass das Risiko späterer Verhaltensprobleme durch mangelnde Sozialisierung höher einzuschätzen ist als das Infektionsrisiko in einer kontrollierten Welpengruppe.
Meine Empfehlung
Die Welpen werden in der Regel mit 8 Wochen das erste Mal geimpft.
Wichtig ist, ihm nach dem Einzug in sein neues Zuhause rund eine Woche Zeit zum Ankommen zu geben.
In dieser Zeit lernt er seine neue Familie kennen, fühlt sich sicherer und baut erstes Vertrauen auf.
Ist der Welpe gesund, kann er danach grundsätzlich mit der Welpenschule starten.
Kleiner Hinweis zum Impftermin
Viele Welpen sind nach einer Impfung müde, schlapp oder einfach nicht aufnahmefähig.
Plane den Tierarzttermin daher am besten mit ein paar Tagen Abstand zur Welpenstunde.
So kann dein Welpe in der Welpenstunde auch gut mitmachen und auch wirklich profitieren.
Wenn du deinem Welpen den bestmöglichen Start ermöglichen möchtest, lohnt es sich, eine liebevoll geführte Welpengruppe zu wählen, in der er in geschütztem Rahmen alles Wichtige lernen kann – von ersten Begegnungen mit Artgenossen bis zu sicherem Umgang mit Menschen und Umweltreizen.
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